Buchlancierung "Milliarden mit Rohstoffen - Der Schweizer Konzern Glencore Xstrata"

Medienmitteilung von MultiWatch, 26.5.2014

Heute präsentiert der Menschenrechtsverein MultiWatch das Buch “Milliarden mit Rohstoffen. Der Schweizer Konzern Glencore Xstrata” und bietet damit erstmals eine Übersicht über negative Auswirkungen des Bergbaus durch den Schweizer Multi auf betroffene Bevölkerungen in Abbaugebieten.



Im Frühjahr 2013 fusionierten die beiden Unternehmen Glencore und Xstrata zu einem der mächtigsten Rohstoffkonzerne weltweit, der die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau über die Lagerung und den Transport bis zum Handel mit Rohstoffen unter einem Firmendach konzentriert. Ein Jahr nach der Fusion veröffentlicht der Menschenrechtsverein MultiWatch nun ein Buch zum Megarohstoffkonzern. Darin zeigt MultiWatch anhand von Fallbeispielen in Kolumbien, Peru, Argentinien, Australien, Philippinen, Südafrika, Sambia und der Demokratischen Republik Kongo Konflikte rund um die Konzerntätigkeit auf.

Während Glencore Xstrata hohe Gewinne schreibt und sich als nachhaltiges Unternehmen präsentiert, wird der Konzern von Betroffenen vor Ort mit Ausbeutung von Menschen und Umwelt in Verbindung gebracht. Gigantische Löcher und Abraumhalden prägen Landschaften. Menschen leiden unter Explosionen, Luftverschmutzung, giftigen Rückständen in Wasser und Boden oder der Zerstörung ihres Lebensraums. Vielerorts werden Mitspracherechte von Anwohner_innen missachtet, Proteste von Arbeiter_innen und der Bevölkerung gewaltsam niedergeschlagen oder kriminalisiert. Gegen den Konzern Glencore Xstrata wird zunehmend Kritik laut, dass er Gemeinschaften spalte oder staatliche Strukturen vereinnahme, wenn er wie etwa in Peru die Polizei unter Vertrag nimmt. Im Handel mit Agrarprodukten wird ihm vorgeworfen, dass er mit Hunger Profite macht. Klagen wegen Steuerhinterziehung sind hängig.

Die heute erschienene Publikation schafft erstmals einen Überblick über umstrittene Bergbautätigkeiten des Schweizer Konzerns und ihre negative Auswirkungen. Ein Novum ist, dass eine ganze Reihe von Fällen in einem einzigen Dokument zusammengeführt ist. Dabei ist das Buch anhand verschiedener Konfliktlinien und Themen gegliedert – Arbeitskonflikte, soziale Konflikte, Umweltkonflikte, Macht und Einfluss des Konzerns, Steuerumgehung. Diese Gliederung macht deutlich, dass es sich bei den untersuchten Fällen kaum um Ausnahmen handelt. Die Konflikte ähneln sich in auffälliger Weise, Anwohner_innen und Minenarbeiter klagen über dasselbe Geschäftsgebaren von Glencore Xstrata, über dieselbe Arroganz, mit der der Konzern über Rechte und Interessen der Menschen hinweggeht. In der Art, wie die lokale Bevölkerung übergangen oder ungenügend informiert wird, scheint sich ein Muster zu wiederholen. Auch das Verhalten des Konzerns, wenn er den Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzungen und seiner Minentätigkeit abstreitet oder kleinredet, ähnelt sich an verschiedenen Schauplätzen.
Das Buch stellt die betroffenen Menschen – Minenarbeiter, Gemeinschaften in der Nachbarschaft von Bergwerken – ins Zentrum, die für ihre Rechte, für den Erhalt ihres Lebensraums und für würdige Arbeitsbedingungen kämpfen.
Die Ankündigung dieses Buchs hat beim Konzern für Nervosität gesorgt: Ende Februar verlangte der Konzern unter Androhung rechtlicher Schritte eine Änderung des ursprünglich gewählten Titels. Um ein Buchverbot zu vermeiden, hat MultiWatch den Titel angepasst. Der Menschenrechtsverein sucht die öffentliche Debatte über die Aktivitäten von Glencore Xstrata und die Bedeutung des Rohstoffhandelsplatzes Schweiz, keine juristische Auseinandersetzung mit dem Konzern.

MultiWatch ist eine Plattform aus Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und globalisierungskritischen Bewegungen. Die Organisation beobachtet multinationale Konzerne mit Sitz in der Schweiz, informiert über Menschenrechtsverletzungen durch Multis und wirkt auf verbindliche Menschenrechtsnormen für Konzerne hin.


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