Glencore plc

Am 2. Mai 2013 fusionierte Glencore und Xstrata zu Glencore Xstrata plc., einem der weltweit grössten Mega-Minenkonzerne. Glencore gehörte zu den grössten Rohstofhändlern der Welt und war nach Vitol die zweitgrösste Firma der Schweiz. Xstrata zählte weltweit zu den Top Five der Bergbaukonzerne und belegte in der Schweiz Platz sechs. Glencore Xstrata plc. wurde nur ein Jahr nach der Fusion in Glencore plc umbenannt. Glencore ist heute ein kaum durchschaubares Labyrinth von Aktivitäten, Tochtergesellschaften und Holdings. Glencore ist in über 50 Ländern präsent, besitzt über 150 Bergwerke, handelt rund 90 verschiedene Rohstoffe und beschäftigt inetwa 200'000 Personen.

Der ehemalige Xstrata-Konzern war sehr bemüht zu betonen, dass der Nachhaltigkeitspolitik einen hohen Stellenwert beigemessen würde und wollte sich als Vorzeigekonzern im Bereich Corporate Social Responsibility profilieren. Xstrata unterzeichnete denn auch im Jahre 2012 die Voluntary Principles on Security and Human Rights. Dass es bei der Umsetzung dieser Principles nicht immer zum besten stand, wird in den Fallbeispielen deutlich.
Der ehemalige Glencore-Konzern praktizierte eine andere Firmenpolitik. Der Konzern war bis am 19. Mai 2011 nicht börsenkottiert, weshalb wenig Informationen über das Management des Unternehmens an die Öffentlichkeit gelangten. Der Gründer des Unternehmens, Marc Rich, ist bekannt durch seine unsauberen Machenschaften in der Vergangenheit, wie z.B. seine Wirtschaftsbeziehungen zu Apartheid-Südafrika, dem Iran oder anderen totalitären Staaten. Bis zur Fusion mangelte es an einer klaren Nachhaltigkeits- sowie Menschenrechtspolitik und der Konzern war noch immer bekannt für seine Intransparenz.

Bereits vor der Fusion zog sich der ehemalige CEO von Xstrata, Mick Davis, und andere leitende Xstrata-Manager von der Konzernspitze zurück. An der ersten Generalversammlung des fusionierten Konzerns vom 16.5.2013 wurde der ehemalige Xstrata- und neue Glencore-Xstrata-Verwaltungsratspräsident John Bond von den Aktionären abgewählt. Somit ist der neue Konzern in der Hand ehemaliger Glencore-Manager, mit Ivan Glasenberg an der Spitze. Dies dürfte hinsichtlich einer nachhaltigeren, sozial verträglicheren und transparenteren Konzernpolitik pessimistisch stimmen. Dass der Glencore-Geist überhand genommen hat zeigt sich auch in der Tatsache, dass ein Jahr nach der Fusion der Name Xstrata aus dem Konzernnamen verschwindet.
Shadownetwork - Glencore Observers
MultiWatch und 16 weitere Organisationen aus Europa, Lateinamerika und den Philippinen bilden gemeinsam das Glencore Shadownetwork, genannt "Shadownetwork - Glencore Observers". Ziel des Zusammenschlusses ist die gemeinsame Beobachtung und Bekanntmachung der Glencore-Fälle rund um den Globus sowie ein regelmässiger Informationsaustausch.
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