Jede Minute der Solidarität zählt!
Hier können Sie online Petitionen unterzeichnen und Protest- oder Solidaritätsmails verschicken. Nach dem Unterzeichnen schicken Sie den Link an Freunde und Bekannte weiter, um eine breite Öffentlichkeit zu schaffen!
Protestbriefaktion wegen anhaltendem Arbeitskonflikt bei Carbones de La Jagua (Glencore)
Die Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien und Multiwatch haben mehrfach über den
Arbeitskonflikt bei Carbones de La Jagua, einer Glencore-Tochterfirma, berichtet.
Am 11. Mai 2012 reichte die Gewerkschaft einen Forderungskatalog für einen neuen Tarifvertrag ein. Nachdem in der legalen Verhandlungsfrist keine Einigung gefunden werden konnte, rief die Gewerkschaft am 19. Juli den Streik aus. Der Streik dauerte 98 Tage, jedoch kam es zu keiner Einigung, weil v.a. das Unternehmen keinerlei Zugeständnisse machen wollte. Vielmehr versuchte Glencore die Gewerkschaft Sintramienergetica mit juristischen Klagen in Bedrängnis zu bringen, in dem der Konzern z.B. die Illegalerklärung des Streikes vor Gericht ersuchte. Eine erste Klage von Carbones de la Jagua wurde am 27. Juli erstinstanzlich in Valledupar abgelehnt, der Rekurs Glencores ist immer noch beim Obersten Gerichtshof in Bogotá hängig. Eine zweite Klage, von einer weiteren Tochterfirma, Consorcio Mineros Unidos, wurde am 11. Dezember ebenfalls zu Gunsten der Arbeiter entschieden. Glencore hat den Fall bereits weiter gezogen.
Nach dem die legale Streikdauer abgelaufen war, sollte das Innenministerium ein Schiedsgericht ein einberufen. Obwohl die Gewerkschaft und das Unternehmen ihren Vertreter für das Schiedsgericht je benannt haben, fehlt der Vorschlag des Arbeitsministeriums mit Kandidaten für den dritten Richter bis heute. Es scheint leider eine übliche Paxis zu sein, solche Schiedsgerichte zu verzögern. Bei der Glencore Gruppe gibt es zwei weitere Schiedsgerichte, die seit über vier respektive seit über einem Jahr hängig sind.
Gemäss der Gewerkschaft Sintramienética kommt es seit der Beendigung des Streiks immer wieder zur Verletzung des Gesamtarbeitsvertrages. Das Unternehmen verweigert den kranken Arbeitern die Medikamente und die Reisespesen für den Arztbesuch. Die arbeitsunfähigen Arbeiter werden in einem kahlen Saal in gefängnisähnlichen Umständen gehalten. Gewerkschaftsfunktionäre erhalten keine Erlaubnis, um ihren gewerkschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen oder um an Versammlungen teilzunehmen. Prodeco lehnt sämtliche Petitionen und Anfragen der Gewerkschaft ab. Gewerkschaftsführer werden zur Rechenschaft gezogen, weil sie in der Freizeit Meetings organisieren; ein Gewerkschaftsführer wurde mit 60 Tagen Lohn- und Arbeitsausfall bestraft, ein anderer mit 4 Tagen.
Ebenfalls im Juli hatte die Gewerkschaft Sintramienergética das Arbeitsministerium ersucht, eine Untersuchung durchzuführen um festzustellen, ob es sich bei der Mine La Cruz und den drei Unternehmen CdJ, CMU und Carbones El Tesoro um eine einzige Unternehmenseinheit handelt. Die Untersuchung wurde vom Arbeitsministerium bisher stark verschleppt mit dem Hinweis, dass der Streik gewisse Abklärungen verunmöglicht habe. Zudem haben Funktionäre des Arbeitsministeriums verschiedene Amtshandlungen unter Abwesenheit der Gewerkschaft als durchgeführt. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Abklärungen der Regionaldirektion Cesar des Arbeitsministeriums parteiisch ausgefallen sind.
Aus den oben erwähnten Gründen haben wir je einen Modellbrief an das Arbeitsministerium und an Prodeco, die zuständige Glencore-Tochterfirma, verfasst.
Vom Arbeitsministerium fordern wir:
•Ein faires, unparteiisches Verhalten der lokalen Arbeitsinspektoren und den Beizug der Gewerkschaft, v.a. wenn die Gewerkschaft Amtshandlungen des Arbeitsministeriums gefordert hat.
•Eine rasche Bearbeitung der Frage, ob es sich beim Proyecto La Jagua um eine Unternehmenseinheit handle.
•Eine rasche definitive Einberufung des Schiedsgerichtes im Fall des Arbeitskonfliktes bei Carbones de La Jagua und eine rasche Bearbeitung des Falles. Unter keinen Umständen soll das Schiedsverfahren wie in früheren Fällen Jahre dauern.
•Ebenso fordern wir das Arbeitsministerium auf, die Einhaltung des GAV bei Carbones de La Jagua zu kontrollieren und sich zumindest für das Schicksal der kranken und arbeitsunfähigen Arbeiter zu kümmern und ihnen zu einer anständigen Behandlung zu verhelfen.
Prodeco fordern wir auf:
•Den nach wie vor gültigen Gesamtarbeitsvertrag bei CdJ einzuhalten, von weiteren Sanktionen gegen Gewerkschaftsführer abzusehen und den kranken Arbeitern die notwendige medizinische Versorgung zukommen zu lassen und sie in angepassten Tagesstrukturen und Arbeitsplätzen unterzubringen.
•Hand zu bieten für eine rasche Lösung des Arbeitskonfliktes im Schiedsgericht
•Die permanente juristische Bedrängung der Gewerkschaft Sintramienergetica durch immer neue Klagen oder den Weiterzug abgelehnter Klagen an die nächste Instanz zu beenden, da es sich zwar um ein legales, oder doch unethisches Verhalten handelt.
•Für die Sicherheit der in den letzten Wochen bedrohten Arbeiter und Gewerkschaftsführer besorgt zu sein.
Bitte senden sie die beiden Protestbriefe über folgende beiden Links an den CEO von Prodeco sowie den Arbeitsminister und schicken sie die Information zur Protestbriefaktion an Interessierte weiter!
Am 17.April 2012 feierte Holcim sein 100-jähriges Bestehen.
Holcim ist einer der grössten Zement- und Baustoffkonzerne weltweit. Nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften gehört laut eigenem Bekunden bei Holcim zum Kern der Geschäftsstrategie.
Die Realität sieht aber anders aus: In Holcim-Produktionsstätten weltweit kommt es immer wieder zu Verstössen gegen Arbeits- und Gewerkschaftsrechte, im Umfeld von Holcim-Betrieben sind Gesundheitsprobleme bei ArbeiterInnen und AnwohnerInnen sowie Umweltzerstörung zu beobachten, Entscheidungen indigener, von Produktionsstätten betroffener Gemeinschaften werden missachtet.
Deshalb hat MultiWatch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen die Forderungen an Holcim in einem Manifest zusammengefasst. Das Manifest mit 100 Erstunterzeichnenden - darunter Prof. emeritus Dr. Noam Chomsky, Maude Barlow (Vorsitzende Kanadischer Nationalrat), Rogate Mshana (Oekumenischer Kirchenrat), Ruth Dreifuss (ehem. Bundesrätin) oder Prof. Dr. Raul Montenegro (Träger des Alternativen Nobelpreises) - wurde Holcim anlässlich seiner Geburtstagsfeierlichkeiten überreicht.
Im nächsten Jahr sollen nun soviele Unterschriften wie möglich gesammelt werden, damit Holcim seine Politik ändert und hoffentlich an der Generalversammlung 2013 Veränderungen im Handeln des Konzerns feststellbar sind!