Holcim ist mit 81'500 Beschäftigten und einem Umsatz von über 21 Milliarden Schweizer Franken (2009) zusammen mit der französischen Lafarge-Gruppe der Weltmarktleader im Zementgeschäft. Von den fünf grossen Zementmultis Lafarge, Cemex, Heidelberg, CRH und Holcim, die in den meisten Ländern der Welt einen grossen Teil des Marktes beherrschen, ist Holcim das am globalsten aufgestellte Unternehmen, mit rund 2’000 Betrieben in über 70 Ländern. In den letzten Jahren gelang insbesondere auch die Expansion in die aufstrebenden Märkte Südostasiens: Holcim ist in allen grossen Ländern vertreten, seit zwei Jahren auch in Indien, wo Holcim mit rund 25 Prozent Marktanteil der wichtigste Anbieter wurde.
Holcim verfolgt die Strategie, in den aufstrebenden Märkten Osteuropas, Südostasien und Lateinamerikas den Anteil an der Zementproduktion zu erhöhen, um so die Marktführerschaft zu erlangen. In Westeuropa und in den USA hingegen wurde in den letzten Jahren vor allem entlang der Produktionslinie investiert, um sich die Zuliefer- und Absatzkanäle zu sichern (Sand- und Kiesgewinnung, Betonproduktion). Diese Expansion geschah vorwiegend durch Übernahme von bestehenden, lokalen Gesellschaften und war agressiv: Innert fünf Jahren hat sich der Umsatz ziemlich genau verdoppelt und die Anzahl der Beschäftigten ist von rund 50'000 im Jahr 2002 auf 90'000 im Jahr 2007 gestiegen.
Erst die Weltwirtschaftskrise hat den Konzern 2008 gebremst. Die Absatzzahlen sind zurückgegangen und es wurden radikale Personalabbau- und Restrukturierungsmassnahmen durchgeführt. Dies vor allem in jenen Ländern, die stark von der Immobilienkrise und des darauf folgenden Rückgangs der Bautätigkeit betroffen waren, wie die USA und Spanien. In Europa und den USA wurden drei Zementwerke und zahlreiche Betonwerke geschlossen. Im Jahr 2008 wurden netto 6 Prozent Stellen abgebaut. Auf vergleichbarer Basis, also ohne die Zukäufe neuer Werke, wurden jedoch 9.9 Prozent aller Stellen abgebaut.
Holcim wird aber im Vergleich mit den anderen Baustoffkonzernen als finanziell gesund eingeschätzt. Vom Konzentrationsprozess in der Branche infolge der Weltwirtschaftskrise wird Holcim daher mittelfristig profitieren.